Neue TRGS 561 „Tätigkeiten mit krebserzeugenden Metallen und ihren Verbindungen“ – 10/2017

Je höher die Konzentration eines krebserzeugenden Stoffes am Arbeitsplatz ist, desto höher ist das Erkrankungsrisiko und entsprechend dringlicher die Notwendigkeit zusätzlicher Risikominderungsmaßnahmen. Die neue TRGS 561 hat vor allem das Ziel, eine Hilfestellung für die Praxis bei der Umsetzung des risikobezogenen Maßnahmenkonzeptes und des Minimierungsgebotes gemäß § 7 GefStoffV zur Verfügung stellen und Schutzmaßnahmen zu konkretisieren, um Expositionen unterhalb der Toleranzkonzentration zu erreichen.

Die TRG 561 gilt für Tätigkeiten mit Exposition gegenüber krebserzeugenden Metallen und ihren anorganischen Verbindungen der Kategorie 1A oder 1B mit Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) oder risikobasiertem Beurteilungsmaßstab (BM). Sie konkretisiert die besonderen Schutzmaßnahmen nach der Gefahrstoffverordnung und das Maßnahmenkonzept sowie die Anforderungen der TRGS 910 hinsichtlich der Tätigkeiten mit krebserzeugenden Metallen und ihren anorganischen Verbindungen.

Betroffen von der neuen TRGS 561 sind insbesondere folgende Branchen und Bereiche:

  • Nichteisenmetall-Metallerzeugung
  • Hartmetallproduktion
  • Roheisen- und Stahlerzeugung
  • Galvanik und Beschichtung mit Chromaten
  • Batterieherstellung
  • Recycling
  • Herstellung und Verwendung von Katalysatoren und Pigmenten

Die TRGS 561 gilt nicht für Tätigkeiten der schweißtechnischen Praxis wie Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren an metallischen Werkstoffen, bei denen gas- und partikelförmige Gefahrstoffe entstehen können; hierfür gilt die TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“. Sie gilt auch nicht für Labortätigkeiten mit laborüblichen Mengen; hierfür gilt die TRGS 526 „Laboratorien“.